Watsch’n-Mixa: alles ganz normal damals!

Der Augsburger Bischof Mixa hat sich seinen neuen Namen „Watsch’n-Mixa“ wohl verdient. Er kann jetzt das, was man außerhalb Bayerns Ohrfeige nennt, für vor 20-30 Jahren „nicht (mehr) ausschließen“. Aber klar ist auch, daß die Kinderchen (die dreckerten) das auch verdient hatten. Und außerdem: damals, also vor 20-30 Jahren,  war das total normal, so der Bischof heute.
Das war die Zeit von 1980 bis 1990. Eine unselige Zeit in der deutschen Geschichte, wo’s ganz normal war, daß Kinder in der Schule und im Heim geschlagen wurden. Okay, in meiner hessischen Schulzeit von 1971 bis 1984 hab‘ ich sowas nicht erlebt. Aber vielleicht meinte der Bischof ja auch nicht ganz Deutschland, sondern nur Bayern oder gar nur katholische Einrichtungen in Bayern, wo’s normal gewesen sei.
Zur Sicherheit dann noch der Blick ins StGB von 1981: Huch, wer hätte das gedacht, aber tatsächlich war in § 223 Körperverletzung, in § 340 die Körperverletzung im Amt und in § 223b Mißhandlung von Schutzbefohlenen auch damals schon strafbar.
Da sieht man’s mal wieder. Beim Watsch’n-Mixa hatte das Faktische mehr Kraft als das Normierte.

Ein Gedanke zu „Watsch’n-Mixa: alles ganz normal damals!

  1. izzy

    Wie kommt er auch drauf? Ich, 1969 in der zweiten Klasse, in Niederbayern, also sozusagen im vermuteten „Kerngebiet“ ;-), hab‘ das _einmal_ an mir selber erlebt (eine Ohrfeige, die ich zugegebenermaßen verdient hatte, selbst nach meiner eigenen Meinung ;-), und das gab auch damals schon Ärger…

    Wenn Bischof Mixa also findet, das wäre ganz normal gewesen, meint er wohl wirklich nur innerhalb der kirchlichen Einrichtungen, in der gottlosen Gesellschaft draußen ging es friedlicher zu…

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