„Richter wird, wer schreiben kann.“

Leider gibt es in den provinziellen Städten Berlin, über dessen Rechtsreferendare der Artikel in Heft 6 von Myops berichtet, und München, wo der Verlag seinen Sitz hat, in dem die Zeitschrift erscheint (C.H.Beck), nicht, wie in Darmstadt, eine Vereinigung zur Pflege des guten Verhältnisses zu rechtsbeugenden Richtern und ungezogenen Jungjuristen.
In einem Fall wie diesem hätten ihre Organe VRiLG M., RA Dr. B und RAin Dr. G. wieder einmal auf den Plan treten und „Rücktritt“ – wovon auch immer – oder vielleicht auch Zensur fordern müssen!
Benjamin Lahusen hatte über das peinliche Unwissen und das allenfalls opportunistische Interesse von Rechtsreferendaren am Projekt Justizgeschichte des Kammergerichts berichtet, das z.B. in den Bendlerblock geführt hatte. Er schießt den Artikel so: „Das also befähigt zum Richteramt: nicht Urteilskraft, nicht historische Bildung, nicht politische Sensibilität, nicht gesellschaftliches Verantwortungsbewußtsein – entscheidend ist das Vermögen, binnen kürzester Zeit möglichst viele Punkte der Lösungsskizze möglichst ausführlich in möglichst lesbarer Handschrift abzuarbeiten, auf liniertem Umweltschutzpapier, einseitig zu beschriften mit Korrekturrand auf der linken Seite. Richter wird, wer schreiben kann.“
Hinzufügen möchte ich, daß selbstredend für Anwälte nichts anderers gilt und daß man in weniger provinziellen Gegenden als Berlin, z.B. in Hessen, Geschichtsunterrricht für Referendare gar nicht erst für notwendig hält. Man kann darauf vertrauen, daß das eh keinen interessiert und gerade bei jungen Juristen nach alter Väter Sitte die „richtige Gesinnung“ einfach zur Karriereplanung  dazugehört. Heute wie damals kommt es halt darauf an, was die Obrigkeit von einem erwartet. Die Erwartung wird nicht enttäuscht werden. Ebensowenig wie damals.
(siehe auch meine Artikel vom 23.01. und 21.03.09)

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